Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt
Annerose KensyNeuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt
In Siegburg hat ein neuer Cum-Ex-Prozess begonnen, in dem drei ehemalige Banker wegen großangelegten Steuerbetrugs angeklagt sind. Die Angeklagten – zwei frühere Mitarbeiter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg sowie ein mutmaßlicher Komplize – müssen sich wegen des Vorwurfs verantworten, dem deutschen Fiskus Steuerschäden in Höhe von rund 280 Millionen Euro verursacht zu haben. Die Verhandlung fand diese Woche in einem eigens errichteten Gerichtssaal am Landgericht Bonn ihren Auftakt.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe, die Beschuldigten hätten durch Cum-Ex-Geschäfte Steuern erstattet erhalten, die nie gezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, mit diesen Transaktionen Rückerstattungen künstlich aufgebläht und dem deutschen Staat damit Millionen entzogen zu haben. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Köln, doch der Prozess selbst findet in Siegburg statt.
Das Gericht hat mindestens 53 Verhandlungstage angesetzt; das Verfahren soll voraussichtlich bis Mitte Dezember dauern. Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Cum-Ex-Ermittlungen, wobei derzeit nur zwei weitere Prozesse für 2026 in Bonn geplant sind. Bis zu sieben zusätzliche Anklageschriften könnten noch in diesem Jahr erhoben werden.
Als mögliche Verhandlungsorte für künftige Prozesse kommen Bonn, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Siegburg und Frankfurt infrage. Über die beiden bereits für 2026 angekündigten Verfahren hinaus sind jedoch keine weiteren Termine bestätigt.
Der Prozess markiert einen weiteren Schritt in Deutschlands anhaltender Aufarbeitung der Cum-Ex-Steueraffären. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen für ihre mutmaßliche Rolle in dem 280-Millionen-Euro-Betrugsfall. Das Urteil könnte auch Einfluss darauf haben, ob gegen weitere Beteiligte ähnlicher Transaktionen Anklage erhoben wird.






