14 March 2026, 07:04

NRW-Apotheker schlagen Alarm: 97 Schließungen und Proteste gegen unfaire Abgabegebühren

Eine Apotheke namens "Die Generik-Apotheke" ist von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Topfpflanzen und Kraftfahrzeugen auf der Straße unter einem klaren blauen Himmel umgeben.

NRW-Apotheker schlagen Alarm: 97 Schließungen und Proteste gegen unfaire Abgabegebühren

Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen im Apothekensektor zu sprechen. Bei ihrem Gespräch ging es um finanzielle Notlagen, Schließungen von Apotheken und die für den 23. März geplanten Proteste.

Im Mittelpunkt standen dabei langjährige Forderungen nach angemessener Vergütung und dem Erhalt lokaler Apotheken in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Lohmann schlug Alarm angesichts der steigenden Zahl an Apotheken-Schließungen, die sowohl ländliche als auch städtische Regionen betreffen. Allein 2025 mussten in NRW 97 Apotheken schließen, während nur 12 neue eröffnet wurden. Er warnte, dass die eingeschränkte Versorgung Patienten den Zugang zu lebenswichtigen Leistungen erschweren könnte.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion waren die finanziellen Herausforderungen, darunter die festgelegten Abgabegebühren von 8,35 Euro pro Rezept. Lohmann wies darauf hin, dass Versandapotheken diese Gebühr oft mit Rabatten von bis zu 10 Euro unterbieten und lokale Apotheken damit in einen Wettbewerbsnachteil drängen. Fairere Vergütungsmodelle seien seiner Ansicht nach entscheidend, um die Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, Löhne zu verbessern und die wirtschaftliche Stabilität zu sichern.

Schrumpf erkannte die Dringlichkeit des Problems an und betonte, dass die Abgabegebühren seit Jahren nicht angepasst wurden. Er versprach, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen, und zeigte Verständnis für die geplanten Proteste. Beide waren sich einig, dass der Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente für das Überleben unabhängiger Apotheken unverzichtbar bleibt.

Themen waren zudem die Notfallversorgung und die allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen des Sektors. Lohmann unterstrich erneut die Notwendigkeit verlässlicher Finanzierungsmodelle, um lokale Apotheken betriebsfähig zu halten und eine hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten.

Das Gespräch endete mit Schrumpfs Zusage, sich auf Bundesebene für politische Änderungen einzusetzen. Die Apotheker in NRW stehen weiterhin unter finanziellem Druck – weitere Schließungen drohen, sollten sich die Gebührenstrukturen nicht ändern. Die Proteste am 23. März sollen die Forderungen nach fairer Vergütung und mehr Unterstützung unterstreichen.

Quelle