RAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumung und Rettung
Marie-Theres SegebahnRAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumung und Rettung
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Stadt, ist ungewiss. Ein Streit zwischen der Kurth-Gruppe, dem Senat und dem Bezirk gefährdet die Existenz von Clubs, Bars und Veranstaltungsorten. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und welche historischen Hallen erhalten bleiben.
Das RAW-Gelände entstand ursprünglich als Reichsbahn-Ausbesserungswerk. Nach dem Fall der Berliner Mauer lag es brach. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt. Es zieht Feiernde, junge Berliner:innen und Touristen an und zählt damit zu den lebendigsten Kulturorten der Stadt.
Im Januar trieb die Kurth-Gruppe eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten voran. Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor – doch die Kurth-Gruppe lehnte ab. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, mussten bereits Teile des Geländes räumen. Andere könnten bald mit Kündigungen rechnen.
Erst kürzlich demonstrierten Aktivisten unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ am Kurfürstendamm. Der Club Cassiopeia könnte bereits nächste Woche geräumt werden.
Der Konflikt ist noch immer ungelöst. Die kulturellen Einrichtungen auf dem Gelände arbeiten weiter – doch unter der ständigen Drohung der Schließung. Die Entscheidung wird zeigen, ob das RAW-Gelände seinen heutigen Charakter bewahrt oder einer umfassenden Umgestaltung zum Opfer fällt.
