Rückgang der Verletzungen im Fußball – doch Pyro-Verstöße explodieren
Leokadia MansRückgang der Verletzungen im Fußball – doch Pyro-Verstöße explodieren
Verletzungen im deutschen Spitzenfußball gehen zurück – doch die Sorge bleibt
Die Zahl der Fußball-bedingten Verletzungen in den drei höchsten deutschen Ligen ist in der vergangenen Saison gesunken, doch die Verantwortlichen zeigen sich weiterhin besorgt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul bezeichnete die 1.107 registrierten Verletzungen als „inakzeptabel“. Fanverbände hingegen werfen den Behörden vor, das Ausmaß der Gewalt zu übertreiben und ein verzerrtes Bild zu zeichnen.
In der Spielzeit 2023/24 wurden an Spieltagen insgesamt 1.107 Verletzte gezählt – ein Rückgang um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Darunter befanden sich 160 Polizeibeamte und 89 Sicherheitskräfte. Trotz der positiven Entwicklung bleiben die Zahlen für die Behörden alarmierend.
Auch die eingeleiteten Strafverfahren gingen um 22 Prozent zurück und lagen bei 5.197 Fällen. Gleichzeitig stieg der Missbrauch von Pyrotechnik jedoch drastisch um 73 Prozent auf 4.783 Verstöße an. Reul betonte, dass gewalttätige Störer konsequent mit Stadionverboten belegt werden müssten, um die Sicherheit zu erhöhen.
Fanorganisationen widersprachen dieser Darstellung und verwiesen darauf, dass Stadien grundsätzlich sicher seien und Vorfälle selten blieben. Sie wiesen darauf hin, dass öffentliche Großveranstaltungen wie das Oktoberfest ein weit höheres Risikopotenzial bergen als Fußballspiele. Die Daten zeigen, dass Verletzungen und Straftaten seit Jahren im Promillebereich liegen.
Der Rückgang bei Verletzungen und Strafverfahren deutet auf Fortschritte bei der Sicherheit an Spieltagen hin. Doch der starke Anstieg bei Pyrotechnik-Verstößen macht deutlich, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. Behörden und Fanvertreter diskutieren weiterhin kontrovers, wie sich das Problem wirksam angehen lässt, ohne die Stadienatmosphäre zu gefährden.






