21 March 2026, 20:32

Schulbarometer 2024: Warum immer mehr Schüler unter psychischer Belastung leiden

Altes Dokument mit einer detaillierten Zeichnung eines weißen Hauses mit einem roten Dach, unterzeichnet von der Schleswig-Holstein-Schule Delmar, datiert auf 1797.

Schulbarometer 2024: Warum immer mehr Schüler unter psychischer Belastung leiden

In Nordrhein-Westfalen ist eine hitzige Debatte über die Ursachen der wachsenden psychischen Belastung von Schülerinnen und Schülern entbrannt. Auslöser ist die Veröffentlichung des Deutschen Schulbarometers 2024, das einen besorgniserregenden Anstieg mentaler Belastungen dokumentiert – besonders bei Kindern aus einkommensschwachen Familien. Kritiker werfen dem Philologenverband (PhV) nun vor, tiefgreifende strukturelle Probleme im Bildungssystem zu ignorieren.

Der Streit eskalierte nach der Veröffentlichung des aktuellen Deutschen Schulbarometers durch die Robert Bosch Stiftung. Demnach leiden mittlerweile 25 Prozent der Schüler unter psychischen Belastungen – ein Anstieg gegenüber 21 Prozent in den Vorjahren. Bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien liegt der Wert sogar bei 31 Prozent. Die Stiftung führt dies auf systemische Faktoren zurück, darunter unzureichende Unterstützung für Lehrkräfte, ein schlechtes Klassenklima und übermäßigen Leistungsdruck, der sich seit der Pandemie noch verschärft habe.

Der Landeselternverband für Integrative Schulen (LEiS-NRW) übt scharfe Kritik an der Reaktion des Philologenverbands auf diese Erkenntnisse. Der Verband werfe dem PhV vor, Schulen mit einem veralteten Blickwinkel zu betrachten und sich ausschließlich auf das selektive Gymnasium-Modell zu konzentrieren, statt soziale Ungleichheiten anzugehen. Vorstandsmitglied Harald A. Amelang bezeichnete die Haltung des PhV als "engstirnige Perspektive" und warf dem Verband vor, sich seiner eigentlichen Verantwortung zu entziehen.

Amelang räumte zwar ein, dass Lehrkräfte soziale Missstände nicht im Alleingang beheben könnten, nannte diese Feststellung jedoch eine "triviale Wahrheit". Er wirft dem PhV vor, sie als Ausrede zu nutzen, um notwendige Reformen zu blockieren. Der LEiS-NRW verweist stattdessen auf Erfolge integrativer Schulmodelle, die nachweislich Ungleichheiten abbauen und neue Chancen eröffnen. Die Organisation betont, dass nicht allein der Einsatz der Lehrkräfte, sondern strukturelle Veränderungen nötig seien, um benachteiligte Schüler zu unterstützen.

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Im Kern geht es in der Auseinandersetzung um die Frage, wie psychische Belastungen an Schulen am besten bekämpft werden können. Während der Philologenverband an traditionellen Ansätzen festhält, fordert der LEiS-NRW systemische Reformen, um soziale Benachteiligung zu überwinden. Die Daten des Schulbarometers unterstreichen die Dringlichkeit: Gerade Schüler aus prekären Verhältnissen sind am stärksten belastet – und die Schulen stehen unter Zugzwang, sich anzupassen.

Quelle