Viersen droht bis 2026 ein 39-Millionen-Defizit – IHK warnt vor Insolvenzrisiko
Leokadia MansViersen droht bis 2026 ein 39-Millionen-Defizit – IHK warnt vor Insolvenzrisiko
Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Bis 2026 droht ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro. Der Entwurf des städtischen Haushalts für 2027 stößt bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) auf Kritik. Diese warnt, dass steigende Kosten und mögliche Steuererhöhungen die Lage weiter verschärfen könnten. Stattdessen fordert die IHK eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und bessere Wirtschaftsplanung, um bis 2031 ein Insolvenzrisiko abzuwenden.
Die finanziellen Probleme der Stadt resultieren aus stark gestiegenen Ausgaben, insbesondere im Bereich der Jugendhilfe und der Kreisumlage. Ohne grundlegende Änderungen könnten jährliche Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro Viersen noch vor Ende des Jahrzehnts in die Insolvenz treiben. Die IHK äußert sich besorgt über Pläne im Haushaltsentwurf 2027, die Grundsteuer (Typ B) oder die Gewerbesteuer zu erhöhen – solche Maßnahmen würden die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt weiter schwächen.
Viersen verzeichnet bereits jetzt die zweit höchsten Grundsteuersätze für Nicht-Wohngebäude im IHK-Bezirk. Der Wirtschaftsverband kritisiert zudem die hohen Personalkosten der Stadt, erkennt aber gleichzeitig deren freiwillige Konsolidierungsbemühungen an. Um die finanzielle Belastung zu verringern, schlägt die IHK vor, mehr Gewerbeflächen auszuweisen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
Anstatt die Steuern zu erhöhen, plädiert die IHK für eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit als Lösung. Gemeinsame Dienstleistungen und eine schlankere Verwaltung könnten die Kosten senken – konkrete Beispiele erfolgreicher regionaler Partnerschaften fehlen jedoch bisher. Unklar bleibt auch, wie viele andere Kommunen im Regierungsbezirk Düsseldorf mit ähnlichen Finanzproblemen kämpfen, was die Suche nach übergreifenden Lösungen erschwert.
Die finanzielle Zukunft Viersens bleibt unsicher, mit Defiziten bis mindestens 2029. Die Warnungen der IHK unterstreichen die Risiken von Steuererhöhungen und die Notwendigkeit alternativer Strategien wie der kommunalen Kooperation. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die langfristige Stabilität der Stadt auf dem Spiel stehen.