19 April 2026, 20:35

Wie der Anti-Duckface-Day einen Social-Media-Trend auf die Schippe nahm

Plakat für den Salon des Humoristes in Paris mit einer Frau in der Mitte einer Menschenmenge und begleitendem Text

Wie der Anti-Duckface-Day einen Social-Media-Trend auf die Schippe nahm

Ein spielerischer Online-Protest richtete sich einst gegen einen beliebten Fototrend

Unter dem Namen Anti-Duckface-Day rief die Aktion dazu auf, übertriebene Schmollmund-Posen zugunsten natürlicherer Gesichtsausdrücke abzulegen. Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2012 beteiligten sich Tausende, indem sie ihre Profilbilder gegen ein spezielles Abzeichen austauschten.

Der Begriff "Duckface" (wörtlich "Entenschnabel") beschreibt eine Pose, bei der die Lippen wie zu einem übertriebenen Kuss oder Schmollen gespitzt werden. Dieser Trend, der vor allem bei jungen Frauen verbreitet war, gewann Ende der 2000er- und Anfang der 2010er-Jahre an Popularität. Manche führten seinen Aufstieg auf Prominente wie Angelina Jolie zurück, deren markante Schmollmund-Blicke kultig wurden.

Eine Studie der Dating-Plattform OkCupid aus dem Jahr 2010 ergab, dass Frauen mit Duckface-Posen in ihren Profilbildern mehr Nachrichten erhielten als solche ohne. Dennoch kritisierten Gegner die Pose als unnatürlich und unvorteilhaft.

Als Reaktion darauf initiierte das deutsche Comedy-Trio Y-Titty im Jahr 2011 den Anti-Duckface-Day. Die jährlich am 22. Juli stattfindende Aktion entwickelte sich zu einer spöttischen Abrechnung mit dem Trend. Teilnehmer ersetzten ihre Profilbilder durch ein Anti-Duckface-Abzeichen, während die Website antiduckface.com als digitale Plattform diente. 2012 machten bereits rund 21.000 Menschen mit.

Das Trio veröffentlichte sogar eine Hymne für den Tag, die auf YouTube hochgeladen wurde. Eine Facebook-Seite trug zusätzlich zur Verbreitung bei und unterstrich die Botschaft der Bewegung: Duckface sei nicht sexy – es wirke lediglich albern.

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Der Anti-Duckface-Day wurde zu einer humorvollen, aber treffenden Kritik an Social-Media-Trends. Sein Erfolg 2012 zeigte, wie schnell Online-Bewegungen an Fahrt aufnehmen können. Zwar ebbte der Duckface-Trend mit der Zeit ab, doch die Gegenreaktion spiegelte einen Wandel in der Haltung zu inszenierter Fotografie wider.

Quelle