Willich passt Kita-Angebot an sinkende Geburten und wachsende Stadtteile an
Tilo RohtWillich passt Kita-Angebot an sinkende Geburten und wachsende Stadtteile an
Willich passt sein Kinderbetreuungsangebot an die veränderten Geburtenraten in der Stadt an. Zwischen 2015 und 2025 verzeichneten die nördlichen Stadtteile wie Anrath und Neersen einen um 15 Prozent höheren Anstieg der Geburten als das historische Zentrum – angetrieben durch junge Familien, die wegen bezahlbaren Wohnraums zuzogen. In diesen Gebieten liegt die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie nun bei 1,9, während sie in den älteren Vierteln rund um die Neussener Straße bei 1,4 bleibt.
Doch trotz dieses Wachstums steht die Stadt vor einem prognostizierten Überschuss von 440 Betreuungsplätzen bis 2029, bedingt durch sinkende Nachfrage und knappe Haushaltsmittel. Mehrere Einrichtungen werden in den kommenden Jahren schließen oder umziehen, was bei manchen Eltern Sorgen um die lokale Versorgung auslöst.
Die Stadt hat eine Reihe von Änderungen im Kita-Netz bekannt gegeben. Die Einrichtung St. Irmgardis wird am Ende des Kitajahres 2026/2027 ihre Türen schließen. Ab dem Kitajahr 2027/2028 übernimmt dann die Kita Villa Kunterbunt den Standort und pachtet das Gelände von St. Irmgardis.
Unterdessen wurden die Pläne für eine neue Kita Alperhof am bisherigen Standort fallen gelassen. Stattdessen zieht die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um. Die Stadtverwaltung betont, dass dieser Umzug nur vorübergehend sei und das bestehende Alperhof-Gebäude langfristig abgerissen werden soll.
Eine weitere Anpassung betrifft das DRK-Brückenprojekt Schatzkiste, das bis zum 31. Juli 2026 endet. Die AWO-Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält hingegen weiterhin freiwillige Zuschüsse – und zwar bis zum 31. Juli 2027.
Eltern in Nord-Willich äußern Bedenken wegen der abnehmenden Betreuungsangebote vor Ort. Einige befürchten, dass die Gegend für junge Familien an Attraktivität verliert, sobald Einrichtungen schließen oder verlegen. Stadt und Kirchenverband haben sich zu weiteren Gesprächen verpflichtet, um künftige Bedarfe und mögliche Anpassungen zu besprechen.
Aufgrund finanzieller Zwänge und rückläufiger Geburtenzahlen wurden Pläne für zwei neue städtische Kitas gestrichen. Stattdessen setzt die Verwaltung auf eine Umverteilung der bestehenden Ressourcen, um das Angebot effizienter an die Nachfrage anzupassen.
Bis 2029 rechnet Willich mit 440 Betreuungsplätzen mehr, als benötigt werden. Die aktuellen Anpassungen sollen das Überangebot an die gesunkene Nachfrage angleichen und gleichzeitig auf demografische Verschiebungen reagieren. Weitere Gespräche zwischen Verwaltung und Familien werden zeigen, ob in den kommenden Jahren zusätzliche Änderungen nötig sind.