22 March 2026, 08:34

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen mit offenem Brief gegen die Entscheidung

Plakat mit dem Text 'Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?' neben passenden Bildern.

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen mit offenem Brief gegen die Entscheidung

Zwei geplante Kitas in Willich fallen Budgetkürzungen und sinkenden Anmeldezahlen zum Opfer

Die Streichung der beiden Einrichtungen hat bei Eltern Besorgnis ausgelöst und zu erneuten Forderungen nach einem Dialog mit Bürgermeister Pakusch geführt. Nun wird ein zweiter offener Brief vorbereitet, um die städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen für Familien zu widerlegen.

Gleichzeitig bleibt das generationenübergreifende Zentrum Reinershof das einzige neue kommunale Betreuungsprojekt, das noch vorankommt. Die Einrichtung, zu der auch die Kita Alperof gehören soll, wird über eine Mischung aus öffentlichen und privaten Mitteln finanziert – doch es gibt weiterhin Fragen zum Fortschritt und zur Finanzierung.

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Anfang März hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein Kita Alperof einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch gerichtet. Darin äußerten sie Bedenken wegen der gestrichenen Kita-Projekte und baten um ein Gespräch. Bisher blieb eine Antwort aus.

Die Stadt argumentiert, dass längere Wege zu bestehenden Einrichtungen für Familien kein großes Problem darstellten. Die Eltern widersprechen dieser Einschätzung und bereiten nun einen zweiten offenen Brief vor, um die Behauptungen zurückzuweisen. Ihre Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" unterstreicht die Bedeutung von wohnortnaher und leicht zugänglicher Kinderbetreuung.

Das generationenübergreifende Zentrum Reinershof bleibt unterdessen das letzte verbleibende Neubauprojekt. Es soll eine Seniorenresidenz mit 150 Wohneinheiten mit Betreuungsangeboten für Kinder verbinden, darunter die Kita Alperof. Das Vorhaben wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft finanziert: Die Willicher Reinershof Projektentwicklungs GmbH – eine Tochter der lokalen Firma Reiners Immobilien – steuert über 20 Millionen Euro Eigenkapital bei. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro, wobei zusätzliche Mittel aus Landeszuschüssen und kommunalen Haushalten fließen.

Der Investor trägt die Entwicklungs- und Betriebsrisiken, während die Stadt das Grundstück sichert und ab 2027 langfristige Mietverträge garantiert. Dennoch wirft die Beteiligung eines privaten Entwicklers Fragen zur Transparenz und zum Zeitplan des Projekts auf.

Elterninitiativen fordern eine offene und konstruktive Diskussion mit dem Bürgermeister. Sie möchten nicht nur die Streichungen thematisieren, sondern auch die Zukunft der Kinderbetreuung in Willich besprechen.

Mit zwei gestrichenen Kita-Projekten haben Familien in Willich weniger lokale Betreuungsmöglichkeiten. Das Reinershof-Zentrum bleibt die einzige neue Einrichtung in Planung – doch die Abhängigkeit von privaten Investitionen steht weiterhin in der Kritik.

Der zweite offene Brief an Bürgermeister Pakusch wird konkrete Antworten zu den Anfahrtswegen und den Finanzierungsentscheidungen einfordern. Eltern und der Förderverein Kita Alperof warten noch immer auf eine Reaktion auf ihre frühere Gesprächsbitte.

Quelle